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Giulianis FeuerteufelMittwoch, 28. November 2007
Rudy Giuliani, der seit Wochen alles tut, um seinen ärgsten Widersacher Mitt Romney auszustechen und auch in diesen Tagen kein gutes Haar an seinem „Parteifreund“ lässt, steht unter Verdacht, sich die Zuneigung von Feuerwehrleuten erkauft zu haben. „Pay-to-praise?” fragt Sam Stein von der Huffington Post. Bereits seit längerem haben sich aus dem Lager der Feuerwehrleute rund um die Helden von 9/11 Kritiker an Giuliani Heldendarstellung lauthals zu Wort gemeldet.
Und ihr Ton ist nicht weicher geworden, berichtet Stein: “During the Monday meeting, the 9/11 Parents & Families of Firefighters plotted the formation of a 527 committee to run an advertisement campaign against Giuliani's presidential campaign. "TV made him a hero, and we'll use TV to take him down," New York Fire Chief Jim Riches told ABC News.” Schwerwiegender für Giuliani aber ist die Feststellung, dass der Feuerwehrmann John R. Orlando, einer der exponiertesten Unterstützer des ehemaligen New Yorker Bürgermeister, auf der Honorarliste der Kampagne steht: “John R. Orlando, who serves with Engine 216 in Brooklyn, New York, has been cited prominently as a Giuliani supporter. (…) Three months after he praised Giuliani, Orlando found himself on the former mayor's payroll. On September 28, 2007, the Giuliani campaign paid one John R. Orlando more than $1,580 for what they deemed on a campaign filing as "political strategy consulting."” 1.580 Dollar soll Orlando also für “politische Beratung” erhalten haben. Auf die Frage, wofür dieses Geld ausgegeben wurde, konterte Giulianis Sprecher Matt McKeon nur schroff, ob man es einem Feuerwehrmann nicht einmal mehr zutrauen könne, etwas von politischer Strategie zu verstehen. Orlando selbst schweigt sich über die Vorwürfe aus. Das freilich ist auch eine Aussage. Amtlich: New Hampshire entscheidet am 8. Januar, Michigan eine Woche späterDienstag, 27. November 2007Der frühere Termin steht nun fest: Die Vorwahlen zur 56. Präsidentschaftswahl der USA werden am 8. Januar in New Hampshire ihren Auftakt nehmen. Bereits fünf Tage vorher, am 3. Januar, wird in Iowa der Caucus stattfinden, keine Vorwahl, aber dennoch eine erste Standortbestimmung. Michigan folgt mit dem 15. Januar, der Supreme Court hatte den Weg dafür frei gemacht. Alles konzentriert sich nun um die ominöse Phase zwischen 3. Januar und 5. Februar, an dem viele Staaten ihre Kandidaten küren, meint die Los Angeles Times. „With Iowa casting the first votes Jan. 3 and more than 20 states holding primaries or caucuses Feb. 5, the nominees for the White House could be decided in a one-month blitz of balloting -- and possibly in just a handful of days, if a candidate manages to win both Iowa and New Hampshire.” Hier ein Überblick über den Zeitraum der Vorwahlen: Donnerstag, 3. Januar: Iowa Samstag, 5. Januar: Wyoming (Republicans) Dienstag, 8. Januar: New Hampshire Dienstag, 15. Januar: Michigan Samstag, 19. Januar: Nevada; South Carolina (Republicans) Dienstag, 29. Januar: Florida; South Carolina (Democrats) Samstag, 2. Februar: Maine (Republicans) Am Dienstag, den 5. Februar, ist dann "national primary"-Tag: Alabama; Alaska; Arizona; Arkansas; California; Colorado; Connecticut; Delaware; Georgia; Idaho (Democrats); Illinois; Minnesota; Missouri; New Jersey; New Mexico (Democrats); New York; North Dakota; Oklahoma; Tennessee; Utah; and West Virginia (Republicans). Dann folgen: Samstag, 9. Februar: Louisiana; Nebraska (Democrats); Washington State Sonntag, 10. Februar: Maine Democrats Dienstag, 12. Februar: District of Columbia; Maryland; Virginia Dienstag, 19. Februar: Hawaii Democrats; Wisconsin Auch die Bedeutung verschiebt sich, weg von den großen Staaten Kalifornien, Florida und Michigan hin zu den vermeintlich unwichtigen Staaten: “Although the date for New Hampshire's first-in-the-nation primary was no surprise -- the campaigns had Jan. 8 circled in pencil -- the announcement set off a new round of speculation about which candidates might be helped or hurt. The contests in Iowa and New Hampshire -- which have drawn the vast majority of the candidates' time and attention -- are both exceedingly fluid, with the results in the first expected to heavily influence the outcome in the second. The one certainty is that big states like California, Florida and Michigan will not carry the weight they sought by scheduling their contests earlier than in previous elections. "It's obvious that the disproportionate influence of Iowa and New Hampshire is alive and well, and will live in 2008," said Northeastern University political scientist William Mayer.”
Blogeintrag von Kerstin Plehwe
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Warten auf MichiganMittwoch, 21. November 2007Amerikas Wahlkämpfer schauen bereits gespannt nach New Hampshire und Iowa, wo die landesweiten Vorwahlen im Januar ihren Auftakt nehmen werden. Allerdings gibt es noch immer keine festen Termine, denn im Bundesstaat Michigan an der Grenze zu Kanada steht noch die Festlegung auf das Datum der Vorwahlen aus. Bislang im Angebot ist der 15. Januar. Mittlerweile liegt dieser Termin nach monatelangem Hin und Her zur Entscheidung vor Gericht. Michigans Datum ist deshalb so wichtig, weil die Vorwahlen in New Hampshire laut Gesetz mindestens sieben Tage vor denen in Michigan stattfinden müssen. „The early 2008 presidential primary calendar is riding on Michigan, where the state Supreme Court has to decide whether to allow the state to hold its Jan. 15 primary. Officials in New Hampshire must wait for the Michigan court to decide before setting that state’s primary date, which state law requires to be seven or more days before any other.” Eine Entscheidung wird für spätestens heute Mittag (Ortszeit) erwartet. “The court must decide by noon Wednesday to allow the primary to proceed as scheduled.” Viel Zeit bleibt also nicht mehr, was man auch an der Umtriebigkeit der Kampagnenteams erkennen kann. Die bereits gut bekannte „Rapid Response“ wird nun von beiden Seiten ausgebaut. Das berichtet unter anderem GOP-Stratege Phil Musser im Politico: “All the top contenders — Republican or Democrat — have a squad of coffee-fueled, 20-something hit men buried in a windowless HQ office breathing every factoid of their opponents’ political life. They’ve been champing at the bit to be unleashed through the first half of the primary season, but the past few weeks — when the whites of the eyes start to show — is where they whir into full gear.” Auch Mike Huckabee hat einen Rapid Responder engagiert: Joe Carter. „A sign of a mature campaign: Mike Huckabee's communications shop has hired Joe Carter, a new media whiz at the Family Research Council, to head their rapid response operation.” Und die ersten Trainingsstunden konnten die RRs bereits vergangenen Donnerstag in Las Vegas im Bundesstaat Nevada verbringen. Dort debattierten die Demokraten. Die Rollenverteilung war wie immer in den vergangenen Wochen: Hillary gegen die Republikaner und der Rest gegen Hillary: “The headline: Clinton spent her time going after Republicans, while Obama spent his time going after her.” Mehr Eindrücke aus dem Spin Room und der Presse gibt’s hier, hier und hier. Eine nette Posse in Vegas hat die L.A. Times eingefangen. Maria Luisa, eine der Studentinnen, die die Fragen an die Kandidaten stellten, ließ nach der Debatte via MySpace ihren Frust darüber ab, dass sie gegen Ende gezwungen wurde, Hillary Clinton zu fragen, ob sie lieber Diamanten oder Perlen möge. Eigentlich hatte sie Clinton Fragen zur Endlagerung von Atommüll in Nevada stellen wollen. Der Sender CNN war jedoch eingeschritten: “The low point came right at the end when Maria Luisa, a UNLV student, asked Clinton if she preferred diamonds or pearls. True to form, Clinton straddled the answer, saying she likes them both. CNN admitted the next day that a producer allegedly seeking to end the event on a light note gave the question to the student. Auf dem Weg zu Diamanten und Perlen ist es für Hillary auch nach dem vermeintlichen Sieg in Vegas keineswegs leichter geworden. Schließlich schrumpft ihr Vorsprung vor allem in New Hampshire. Dort gehen die Zustimmungswerte unter den demokratischen Anhängern sichtbar zurück, ermittelte das CNN/WMUR poll – von 43 % im September auf 36 %. Für Spannung ist also wieder gesorgt.
Blogeintrag von Kerstin Plehwe
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09:47
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Illegale Anrufe: Steckt Romney dahinter?Dienstag, 20. November 2007Große Aufregung um Mitt Romney: Der aussichtsreiche republikanische Kandidat, ein Mormone, der aus seiner religiösen Einstellung keinen Hehl macht, steht zurzeit im Fokus von Anrufaktionen in New Hampshire und Iowa. Die Anrufer sollen nach Aussagen der Medien Romneys Vergangenheit, seine religiösen Grundsätze und sein Auftreten im Wahlkampf kritisch betont haben. “The AP reports that some voters in New Hampshire and Iowa "have received phone calls raising questions about Republican presidential hopeful Mitt Romney, his Mormon faith and the Vietnam War-era military deferments he received while serving as a missionary in France."” Solche Aktionen sind per se nichts Ungewöhnliches. Das so genannte „Push Polling“, auch mit Angriffen gegen die Gegner, gehört praktisch zum Wahlkampf-Alltag. Was jedoch stutzig macht, ist die Tatsache, dass die Anrufer weder ihren Auftraggeber nannten, noch, für welchen Kandidaten sie sprechen. Das aber ist von Gesetz wegen vorgeschrieben, was nun dazu geführt hat, dass der Staatsanwalt tätig wird: “The Concord Monitor reports that the New Hampshire state attorney general is investigating phone calls presented as opinion polls that attack the Mormonism of Republican presidential hopeful Mitt Romney while praising primary rival John McCain." (…) "Deputy Attorney General Bud Fitch said New Hampshire has never prosecuted a case involving such calls but was moving forward. He cautioned against expecting an immediate resolution." (…) "New Hampshire law requires that all political advertising, including phone calls, identify the candidate being supported. No candidate was identified in the calls."” Natürlich geistern wilde Spekulation durch die Blogosphäre: Wer war der Auftraggeber? Ein Gegner aus den eigenen Reihen? Rudy Giuliani? John McCain etwa? Beide bestritten energisch, für derlei Anrufe verantwortlich zu sein. McCain tat das mit Nachdruck, gerade er forderte den Staatsanwalt. Nun vermuten manche Beobachter gar, dass Romneys Truppe selbst hinter der Aktion stecken könnte, um kostenlose Medienpräsenz und eventuell gar die Solidarität der Öffentlichkeit einzuheimsen. Für diese Version würde zumindest sprechen, dass die Anrufe, wie nun zu erfahren ist, vermutlich von der Firma Western Wats aus getätigt wurden, die auch im Wahlkampf bereits für Romney tätig geworden ist. “To paraphrase, either the Romney campaign is behind it or someone allied with them is. An inoculation strategy.“ Mehr zu dieser mysteriösen Geschichte gibt es hier, hier, hier, hier und hier.
Blogeintrag von Kerstin Plehwe
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Dinner zu sechstDienstag, 13. November 2007
Die Spannung vor den ersten Vorwahlen, die Anfang Januar in Iowa mit dem Caucus starten werden, steigt weiter. In Iowa trafen die sechs chancenreichsten demokratischen Kandidaten zuletzt am Samstag, dem Jefferson Jackson Day, in Des Moines vor 9.000 Anhängern und mehreren hundert Journalisten zum Dinner aufeinander, mehr ein Aufwärmen für die Vorwahlen als ein wahrer Meinungsaustausch, meint zumindest die Presse.
“’The JJ is a place to deliver a message,’ Tommy Vietor, Obama’s Iowa spokesman told me, ‘but it is also a place to show organizing muscle. It shows you can get people to show up at the same place at the same time.’” Barack Obama und John Edwards taten das, was sie angesichts der Umfragewerte in den nächsten Wochen vermehrt tun werden, was zugleich das ist, worauf die Republikaner hoffen: Sie griffen Hillary Clinton an. Clinton verteidigte sich jedoch clever: “Clinton made no mention of her critics directly. ‘I am not interested in attacking my opponents,’ she said. ‘I am interested in attacking the problems of America.’” Barack Obamas Strategie ist, die Senatorin in Iowa und New Hampshire als „Washington Insider“ zu verkaufen und ihr damit ein schlechtes Image anzuhängen: "Barack Obama's shift in strategy from the politics of hope to portraying Clinton as a Washington insider is evident in Iowa and New Hampshire where he leads Clinton among independent voters saying they will definitely participate in the caucus or vote in the primary (28% to 25% in Iowa, and 41% to 25% in New Hampshire).” Einen schönen Video-Einblick hinter die Kulissen hält die NY Times parat.
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