UmfrageWer wird die Präsidentsschaftswahl gewinnen?
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Fundraising durch Dich und michDienstag, 19. August 2008
Bisher war klassisches Fundraising vor allem besser verdienenden, gesellschaftlich gut vernetzten Zeitgenossen oder professionellen Spendensammlern vorbehalten. Mit einem äußerst egalitären Web 2.0-Ansatz, entwickelt von der progressiven Internetgruppe ActBlue, zieht Barack Obama diese alte Wahrheit nun in Zweifel. Sein Ziel: Jeder noch so unbedarfte Unterstützer kann ein Spendensammler sein. Auf my.barackobama.com hat jeder Nutzer die Chance, eine eigene Fundraising-Homepage für den Kandidaten zu erstellen und ruft dann Freunde und Bekannte zum Spenden auf. Nach vier Mausklicks ist man in der Regel offizieller Fundraiser, inklusive eigener Zielmarke und eigenem Aktivitätsindex.
Kurz vor dem offiziellen Start in den Hauptwahlkampf hat das Team Obama nun einen institutionellen Rahmen für seine Spenderhelden an der Basis geschaffen. In das Grassroots Finance Committee wird in Zukunft jeder Laien-Fundraiser aufgenommen, der es vermag, mehr als 1.000 Dollar an Spenden für den Kandidaten einzutreiben.
Hier ein Video von der erfolgreichen Grassroots-Fundraiserin Michelle: Wer wird Obamas VP?Dienstag, 19. August 2008
Ein beliebter Sport unter Politjournalisten in den USA ist das Ratespiel „Wer wird Vize?“ Die V-Frage ist derzeit in aller Munde, hat Barack Obama doch angekündigt, Die Wahl seines "Running Mate" im Laufe des morgigen Tages bekannt zu geben. Ganz nach Obama-Art werden es aber nicht die Journalisten sein, die zuerst von der Entscheidung erfahren, sondern Menschen wie Du und ich, die sich im Vorfeld per SMS oder Internet auf my.barackoabama.com registrieren lassen haben (s. Beitrag Strukturwandel in der Öffentlichkeitsarbeit)
Nun zur V-Frage. Wer wird es? Die besten Chancen hat zurzeit ein Kandidat, der erst vor Kurzem in den Kreis der Aspiranten aufgestiegen ist (ein sicheres Zeichen für einen heißen Tipp): Joe Biden. Der langjährige Senator und Konkurrent von Obama im Vorwahlkampf bringt die nötige internationale und innenpolitische Erfahrung mit, die Politnovize Obama so dringend braucht. Ein erfahrener, eloquenter Politiker an der Seite des jungen Wandelpredigers. Das macht Sinn. Hoch im Kurs steht zudem der Senator aus Indiana, Evan Bayh. Auch er ist ein erfahrener Politiker, der seine politische Heimat in einem Staat hat, der zu den am härtesteten umkämpften Battleground States dieser Wahlsaison gehören wird. Bayh trägt jedoch den Makel mit sich herum, den Irak-Krieg 2003 offen unterstützt zu haben. Ein Widerspruch zur Position Obamas. Ansonsten gibt es noch Tim Kaine, Gouverneur aus Virginia, einem weiteren Schlüsselstaat. Kaine ist jung, er hat Exekutiverfahrung und nationale Ambitionen. Zudem könnte er das Thema Wandel und Generationswechsel perfekt zusammen mit Obama verkörpern. Da aber immer deutlicher wird, dass viele Wähler schon die Wahl Barack Obamas selbst als forschen Schritt des Wandels ansehen, wird Kaine es aller Voraussicht nach nicht. Der junge Senator aus Illinois braucht einen erfahrenen Politiker an der Seite, um das Ticket auszubalancieren. Alles spricht für Biden… Auch wenn sich eine Mehrheit der Demokraten immer noch Hillary Clinton als VP wünscht, so wird sie es sicherlich nicht. Auch Kathleen Sebelius, die noch vor ein bis zwei Monaten hoch gehandelte Kandidatin, ist ein zu unbeschriebenes Blatt aus dem Staate Kansas, der für Obama nicht zu gewinnen sein wird. Ob sich Barack Obama mit der Nicht-Berücksichtigung einer Frau schaden wird, bleibt abzuwarten. Die Entscheidung für einen Mann wird die weiblichen Clinton-Unterstützerinnen aber sicher nicht gerade in seine Arme treiben. Wir warten gespannt auf die Entscheidung… Das soll einmal mehr die Basisorientierung der Kampagne symbolisieren, hat aber den schönen Nebeneffekt, dass Obama weiter fleißig Adressen und Telefonnummern seiner Unterstützer sammeln kann.
Blogeintrag von Maik Bohne
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McCains Kampagne wird aggressiver - mit Steve Schmidt an der SpitzeFreitag, 15. August 2008
Einen härteren Stil bringt seit kurzem Steve Schmidt, McCains neuer Kampagnenchef, in den Wahlkampf. Gelernt hat Schmidt sein Handwerk bei Karl Rove, einem der engsten Berater von George W. Bush.
![]() Steve Schmidt Die Videos „The One“ und „Celebrity“, die wir in der letzten Woche vorgestellt haben, zeigen, wohin der neue Kurs geht. Schmidts bewährte Strategie lautet: Verkehre die Stärken des Gegners ins Gegenteil. Im Falle Obamas greift er nun dessen Eloquenz und Popularität an. Mit dieser Methode zersetzte er bereits vor vier Jahren den militärischen Lebenslauf von John Kerry. Der Republikaner Schmidt leitete damals den so genannten „War Room“ des Wahlkampfes. Schmidt war auch aktuellen Wahlkampf im engeren Zirkel McCains, erhielt aber nun die zentralen Aufgabenbereiche politische Strategie, Bündnisse, Zeitmanagement und Kommunikation. Jeden Morgen um Punkt acht Uhr stimmt Schmidt die Wahlkampfmaschine der Republikaner mit einer „Botschaft des Tages“ ein. Wer von dieser Linie abweicht, muss mit Ärger rechnen und selbst John McCain soll sich den strengen Ansagen seines Kampagnenchefs unterwerfen. Sein Kontakt zur Presse wurde reduziert und der direkte Draht zum Handy des Kandidaten eingeschränkt. Alte McCain-Vertraute sorgen sich derweil, Schmidts rabiate Botschaft verbiege den Kandidaten und schade seinem Image als Freidenker. Barack Obamas Fernsehspot “Book”Donnerstag, 14. August 2008
Das neue Video der Obama Kampagne greift McCains Ölpolitik und seine Haltung zum Irak an.
Auf dem Blog MYDD lobt Jonathan Singer dieses Video, weil es anspricht, dass der Krieg im Irak die amerikanische Wirtschaft lähmt. Singer beklagt aber zugleich, dass es nicht weit genug geht. Es versäumt aufzuzeigen, dass die irakische Regierung am Jahresende 79 Milliarden US$ Überschuss verzeichnen könnte. Diese Fakten sollten aus seiner Sicht vor allem deshalb ausgesprochen werden, weil der amerikanische Haushalt ein historisches Defizit erreicht hat. Dagegen mutet Obamas Forderung nach besseren Schulen als das Gegenteil von McCains Irakpolitik in diesem Video ein wenig deplaziert an. Diese 1,5 Sekunden hätte man vielleicht auch einfach weglassen können, um sich auf ein Thema zu konzentrieren. Je präziser ein Werbespot ist, umso besser. Strukturwandel in der ÖffentlichkeitsarbeitDienstag, 12. August 2008
Barack Obamas Kampagne verändert die politische Kommunikation: Jetzt nutzt Obama das Medium „SMS“ auf eine Weise, die die Regeln der Öffentlichkeitsarbeit auf den Kopf stellt. Er will den Namen seines Vizepräsidenten per SMS bekannt geben und zwar nicht an die Presse, die schon hungrig auf diesen Happen wartet, sondern an seine Grassroots, an die Unterstützer, die ihn auch bislang mit Spenden etc. begleitet haben. Und dies bevor er auf der National Convention in Denver den Namen seines Vize verkündet. In einer E-Mail, die er gestern mit dem Betreff “Barack's VP: Be the First to Know” verschickte,
Email "Be the First to Know" bietet der Campaign Manager David Plouffe an, die begehrte Neuigkeit an diejenigen zu versenden, die sich dafür registrieren. Das kann per E-Mail geschehen oder man schickt die Buchstaben “VP” per SMS an die Nummer 62262. Jose Antonio Vargas schreibt in der Washington Post, dass es sich um eine revolutionäre Form der Bekanntgabe handelt, bei der drei Punkte besonders bemerkenswert sind:
Wie der Blog TechPresident berichtet, wurde die Revolution auch auf Twitter heftig diskutiert, nachdem Brian Stelter von der New York Times diese Frage auf den Twitter-Tisch brachte. Die Reaktionen sind gemischt, Micah Sifry hält den Wandel für smart.
Blogeintrag von Ute Pannen
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18:00
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Obama als Antichrist?Dienstag, 12. August 2008
Eine neue Strategie der Republikaner versucht mit rhetorischen, visuellen und audiovisuellen Mitteln Obama als Antichristen zu stilisieren. Ein Instrument dafür war der T-Shirt Wettbewerb anlässlich von Obamas World Tour 2008, von dem ich in der letzten Woche berichtet habe.
Bahnhofsmission Bonn ![]() T-Shirt Wettbewerb Noch tiefgründiger sind die Beobachtungen des TechPresident Bloggers Micah L. Sifry, der in dem Video "The One", eine zweite Ebene entdeckt. Auf den ersten Blick scheint McCain die messianische Inszenierung Obamas und die Menschenmenge, die sich um ihn versammelt hat, zu belächeln. Die linke christliche Organisation Matthew 25 entdeckte jedoch eine weitere Lesart dieses Videos, das voller versteckter Botschaften ist und Obama als Antichristen bezeichnet. Danach bezieht sich das Video auf die Left Behind-Serie, einer Reihe von Bestseller-Romanen, die von 44 Millionen Amerikanern gelesen wurde und in denen das Ende der Welt beschrieben wird. Die McCain-Kampagne hat hier nicht etwa einen Praktikanten ein Video drehen lassen, sondern ganz professionell Zitate aus den Romanen ausgewählt und die Rolle des Antichristen, die im Buch ein gewisser Nicolae Carpathia inne hat, in Bezug mit Obama gesetzt. In der Left-Behind-Reihe gründet der Protagonist Nicolae Carpathia die Weltreligion THE ONE. Er beginnt seine Karriere als junger sympathischer Senator, der mit Hilfe des Satans aufsteigt und seine Botschaft von Einheit, Hoffnung und Frieden verbreitet. Kein Zufall also, dass McCains Kampagne das Video über Barack Obama auch „THE ONE“ betitelt? Zu diesem Thema lohnt sich auch ein Blick auf GodTube, der religiösen Alternative zu YouTube.
Blogeintrag von Kerstin Plehwe
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11:50
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Paris Hilton antwortetMontag, 11. August 2008
Am vergangenen Montag habe ich über das Celebrity-Video von John McCain berichtet, das Barack Obama in einer Reihe mit Stars wie Paris Hilton zeigt, um am Ende zu fragen: „Is he ready to lead?“ Das Video kritisiert außerdem Barack Obamas Energiepolitik, die Off-Shore-Bohrungen nach Öl ausschließe. Da Bilder von Paris Hilton offenbar ohne ihr Einverständnis in den Wahlkampfsspot geschnitten wurden, meldet sich das It-Girl nun in einem eigenen Video zu Wort, das auf der Website Funny or Die veröffentlicht wurde. Darin nennt sie McCain den ältesten Cebrity Amerikas und untermalt ihre Beobachtung mit wenig schmeichelhaften Bildern.
Ihre Mutter Kathy Hilton hatte bereits am Sonntag in der Huffington Post verkündet, dass sie von McCains Celebrity Video nichts halte:
Es wäre nun interessant zu hören, wie sie das Video ihrer Tochter beurteilt. McCains Pressesprecher Tucker Bounds hat das Video, das seinen Kandidaten nicht gerade ins beste Licht stellt, bereits gegenüber der TMZ kommentiert. Er meint, dass Hilton den gleichen Ansatz zur Lösung der Energiekrise forciere wie John McCain und fügt an, sie hätte den besseren Energieplan als Barack Obama. „Es könnte auch Dir passieren ...“Mittwoch, 6. August 2008
... mit diesen Worten beginnt der neue Obama Fernsehspot, der Grassroots-Organisation Move On, mit dem nun besonders junge Wähler angesprochen werden sollen.
Ein wenig Besorgnis erregend klingt die Message im ersten Moment. Junge Menschen flüstern sich zu „.. ich hab’s von ihr, aber es könnte jedem passieren...“ Der „Virus“, der zwischen ihnen umgeht, heißt „Hoffnung“. Denn sie reden von Barack Obamas „Message of Hope“, die sie in den letzten acht Jahren bereits aufgegeben hatten. Am Ende steht ein ausgeschlüpftes Küken als Symbol für das mit Hoffnung infizierte Gehirn. Diese Sequenz spielt auf eine Kampagne gegen Drogenkonsum an, die in den späten Achtzigern im US-Fernsehen zu sehen war. Das Video „It could happen to you“ ging als der witzigste Beitrag aus dem Move On Videowettbewerb „30 Seconds for Obama“ hervor. Unter anderen wirkten die Fernseh-Schauspieler Rider Strong, bekannt aus “Boy Meets World”, und Amber Benson aus “Buffy the Vampire Slayer“ an dem Video mit, das nun ganz zielgruppengerecht auf den Sendern MTV und Comedy Central ausgestrahlt wird. Es gilt als Reaktion auf das Video der konservativen Gruppe „Let Freedom Ring“, das Barack Obama als Flip-Flopper bezeichnet. Der Musikkanal MTV bestätigte, dass er in seiner 27-jährigen Geschichte nun erstmals politische Werbung sendet. Obama World Tour T-Shirt ContestDienstag, 5. August 2008
Die konservative Bloggerin Michelle Malkin war wie, viele andere Anhänger der Republikaner, von dem Spektakel um Obamas Weltreise verärgert. Deshalb rief sie auf ihrem Blog zu einem T-Shirt Wettbewerb auf, der zeigen soll, was die Konservativen von Obamas Auslandsreise halten. Die Gewinner des Wettbewerbs präsentierte Michelle Malkin bei Fox News (Das Thema beginnt ab Min. 1:24):
Viele Teilnehmer entwarfen Motive, die Obamas messianische Inszenierung mit einem Lichtkranz, wie man sie auf seiner Website findet, persiflieren. So zeigt ein T-Shirt Obama als Lichtgestalt im Kleid eines Engels. Ein weiteres Beispiel stellt ihn als Narziss dar. Ein anderes Design zeigt Barack Obama, wie er auf einem fliegenden Teppich auf Weltreise geht. Erstaunlich, dass dieses Bild noch keinen Karikaturenstreit in den USA ausgelöst hat, denn auch in dieser Abbildung wird das “andere” das “exotische” des Kandidaten hervorgekehrt.
Politische T-Shirts spielen im Wahlkampf der Konservativen auch jenseits des Wettbewerbs eine große Rolle. Und neben den offiziellen Kampagnen T-Shirts gibt es eine breite Palette. Auf der Website thoseshirts.com findet man nicht nur witziges, sondern auch Slogans, die ganz und gar nicht political correct sind. Berlin im McCain-Spot(t)Montag, 4. August 2008
Die Bilder von Barack Obama vor der Siegessäule in Berlin sind uns noch in wacher Erinnerung. Vor allem die 200.000 Zuschauer haben den Eindruck von Obama als Pop-Star hinterlassen, der zunehmend das Image des charismatischen US-Präsidentschaftskandidaten prägt. Dieses Image zu demontieren, hat sich John McCain zum Ziel gemacht. Er benutzt Bilder des Obama-Auftritts in Berlin, um Anti-Campaigning zu betreiben. In einem offiziellen TV-Spot der McCain Kampagne werden die Bilder aus Berlin gezeigt und mit dramatischer Filmmusik unterlegt. Während eine Off-Stimme verkündet “He is the biggest Celebrity in the World”, wird noch ein Bild von Paris Hilton dazwischen geschnitten, um den Politiker in die Riege der Nonsense-Stars zu reihen. Dann folgt die rhetorische Frage der Republikaner: “But is he ready to lead?”
Die Frage “Is he ready to lead” wird auch in dem offiziellen McCain Internet-Spot “One” gestellt, der Obamas Rhetorik der Einheit auf die Schippe nimmt und sich über die messianische Sprache des Kandidaten mokiert: “Do you see the light?” Alle Berliner, die sich in den letzen Tagen auf den Titelblättern der Zeitungen wähnten und sich in den Fotos der Menschenmenge gesucht und eventuell gefunden haben, können nun in John McCains “Celebrity” Video weiter recherchieren. Wer sogar von der amerikanischen “Presse” zu Barack Obama befragt wurde, taucht eher in dem TV Spot “Obama Hasselhoff 2008” auf, das nicht nur Obama, sondern auch die Berliner durch den Kakao zieht. So berichtet ein Befragter, dass seine “marxistischen Freunde” in den USA Obama unterstützen. Ein anderer zieht einen Vergleich zu Che Guevara. Die Ästhetik des Videos nimmt Bezug auf den Lichtkranz, der zum Bildrepertoire der Obama-Kampagne gehört, und mixt ihn mit flackernden Neonfarben und Techno-Sound. Außer dem Image von Berlin als Zentrum der Techno-Szene, wird mit der Vorliebe der Deutschen für David Hasselhoff gespielt, die auf Amerikaner sehr komisch wirkt. Für die Schlussszene wurde noch Leonardo di Caprio ausgegraben, der in dem Film “Titanic” am Schiffsbug steht – in diesem Fall wurde Obamas Kopf auf den Promi-Körper montiert, er ruft: “I am king of the world!” Es brodelt unter der Oberfläche…Freitag, 1. August 2008
Schlechte Nachrichten ist die Republikanische Partei ja gewöhnt. Als am Mittwoch allerdings bekannt wurde, dass Senator Ted Stevens aus Alaska der Vorteilsnahme in sieben Fällen angeklagt worden war, machte sich Alarmstimmung breit.
Die Meldungen über Stevens weckten Erinnerungen an die Kongresswahlen im Jahr 2006, als die Grand Old Party (GOP) weniger mit Inhalten, sondern vielmehr mit Korruptions- und Skandalfällen auf sich aufmerksam machte und eine frustrierte Wählerschaft die Demokraten in beiden Häusern des Kongresses zur Mehrheitspartei erkor. 2008 sieht es im Senat ähnlich verheerend für die Republikaner aus wie vor zwei Jahren. Neben Stevens´ Mandat in Alaska muss die GOP weitere 22 Sitze verteidigen, davon vier höchst prekäre Rennen in Virginia, New Mexico, Colorado und New Hampshire, also in Staaten, die schon seit längerer Zeit Richtung Demokraten tendieren. In der Tat könnte die Demokratische Partei die magische Zahl von 60 Sitzen im Senat erreichen, die es ihr erlauben würde, mögliche Filibuster abzuwehren. Filibuster sind eine besondere Form der Obstruktionspolitik. Jeder Senator hat die Möglichkeit, die Beratung über ein ihm missliebiges Gesetz aufzuhalten. Diese Form des legislativen Vetos kann der Senat nur mit einer sog. „cloture vote“ von mind. 60 Stimmen aufheben. Auch Hillary Clinton wünscht Barack Obama eine solche Super-Mehrheit, wie sie kürzlich in einer E-Mail an Unterstützer des Democratic Senatorial Campaign Committee (DSCC) deutlich machte. Die Republikaner kämpfen allerdings mit allen Mitteln um ihr Amt. Wüsste man es nicht besser, so könnte man denken, Oregons republikanischer Senator Gordon Smith sei ein Obama-Demokrat. Smith ist seit Tagen mit seinem Spot „Truth“ auf Oregons TV-Kanälen zu sehen, in dem er für seine enge Zusammenarbeit mit Barack Obama gepriesen wird. Sehen Sie selbst:
Republikaner gründen ObamabookDonnerstag, 31. Juli 2008
Soll noch einer sagen, die Republikaner seien nicht auf der Höhe des modernen Internetwahlkampfes. Mit einer neuen Webseite nehmen sie Barack Obamas Erfolg auf der sozialen Netzwerkseite Facebook aufs Korn. Auf www.barackbook.com haben sie ein fiktives Profil des jungen Senators angelegt, das ihn als virtuellen Freund von zwielichtigen Chicagoer Figuren wie dem Immobilienmakler Antoin Rezko oder dem ehemaligen linken Untergrundkämpfer William Ayres zeigt. Wegen dieser immer noch nicht ganz geklärten Verbindungen hatte ihn auch Hillary Clinton bereits scharf angegriffen.
Die Parodie ist ein weiteres Beispiel dafür, wie man das Internet für einfache, aber effektive Attacken gegen den politischen Gegner nutzen kann. In diesem konkreten Fall geht der Angriff sogar in zwei Richtungen. Nicht nur Obama wird diskreditiert, sondern auch der Leiter seines Internetportals my.barackobama.com, der Chris Hughes heißt und einer der Gründer von Facebook ist. Vielleicht sollte Facebook sich gerichtlich gegen das Plagiat wehren, so wie im Falle der deutschen Netzwerkseite StudiVZ. Das würde Barackbook allerdings nur eines bescheren: Aufmerksamkeit. Wo bleibt der Aufschwung?Mittwoch, 30. Juli 2008
Nach der internationalen Festwoche, die Barack Obama mit seinem Auftritt vor über 200.000 Menschen in Berlin gekrönt hatte, stellt sich die Frage nach den Effekten seiner Auslandsreise. Hat er im Zuge der hohen medialen Aufmerksamkeit und der in großen Teilen positiven Beurteilung seiner Welttournee Punkte an der Heimatfront machen können? Diese Frage stellt sich auch Adam Nagourney in der New York Times.
Wie Nagourney richtig anmerkt, ist es in der Tat auffällig, dass die Massen zwar zu Obama strömen, sich der überbordende Enthusiasmus für seine Person und seine Botschaft aber kaum in den Umfragen ablichten lässt. Natürlich führt Obama weiterhin das Rennen gegen John McCain an, aber sein Vorsprung bewegt sich in einem Rahmen von etwa zwei bis sieben Prozent. Bisher hat er die psychologisch so wichtige Marke von 50 Prozent Wählerzustimmung noch nicht erreicht. Interessanterweise scheint McCain seine zugewiesene Rolle des medialen Hinterbänklers wenig zu schaden. Die Anti-Bush-Stimmung kann dem politischen Haudegen wenig anhaben, der sich als unabhängiger Politiker mit Reformpotenzial verkauft. Müssen wir also um einen Sieg Obamas fürchten? Entwarnung kommt vom National Committee for an Effective Congress (NCEC). Die Organisation ist das historische Wählerwissen der Partei, weil sie so fundiert wie kaum eine andere Institution Wählertrends für demokratische Kandidaten analysiert. Und dies überall im Land, von der Bundes- bis hinunter auf die Kreisebene. NCEC streicht den Unterschied zwischen diesem Wahljahr und den letzten beiden heraus, die bekanntlich erfolgreich für die Republikaner endeten. Seit Februar diesen Jahres liegt Barack Obama konstant in den Umfragen vor John McCain. Selbst in den bisher schwierigsten Zeiten seiner Kampagne, kurz nach den Vorwahlen in Pennsylvania, änderte sich an diesem Trend nichts. Diese Tatsache steht im krassen Gegensatz zu den Zahlen aus 2004, als John Kerry gegen George W. Bush antrat. In jenem Jahr wechselte die Stimmung sehr stark. Kerry konnte zu keinem Zeitpunkt einen so substantiellen Vorsprung erarbeiten wie Obama ihn heute besitzt.
Quelle: NCEC In Zeiten eines polarisierten Elektorats in den USA, das eine weitaus geringere Zahl von Wechselwählern kennt wie das deutsche, scheinen zwei bis sieben Prozent Vorsprung ein guter Wert zu sein. Rufen wir uns in Erinnerung. Falls Obama die Staaten gewinnt, die Kerry 2004 für sich entscheiden hat, dann muss er „nur“ noch Ohio in sein Portfolio holen, um über die magische Zahl von 270 Wahlmännerstimmen zu kommen. Einfach wird das nicht. Obama hat aber die besseren Optionen. Gewinnt er Ohio wider Erwarten nicht (die Umfragen sehen ihn dort mit 1,5 Prozent vorne) kann er sich die 20 Stimmen auch in Virginia, New Mexico, Iowa, Colorado oder Nevada zusammenholen. Es bleibt wie immer… spannend!
Blogeintrag von Maik Bohne
um
13:09
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Obamas Video-TeamMontag, 28. Juli 2008
Als „Geschichtsdokumentation in Echtzeit“ bezeichnet die TechPresident-Bloggerin Nancy Scola die Leistung von Barack Obamas Videoteam. Dahinter steckt jedoch mehr, denn außer der reinen Dokumentation von Events und Wahlkampfauftritten arbeitet ein Team von 50 Mitarbeitern daran, dass der Kandidat aus der richtigen Perspektive betrachtet wird. Arun Chaudhary ist Leiter der Video-Produktion für die Obama-Kampagne. Er sorgt - wie in dem Artikel „Campaigning Online“ beschrieben - dafür, dass mittels Schnitt, Kameraeinstellung und Montage Obama mit den Augen der Demokraten gesehen wird.
Die Verbreitung der Filme im Web 2.0 organisiert Chris Hughes, einer der Facebook-Gründer, der jetzt für soziale Netzwerke in der Obama-Kampagne zuständig ist. Arun Chaudhary verließ für den Wahlkampf seinen Job als außerordentlicher Professor für Film an der NYU. Jetzt produziert er Videos von öffentlichen Veranstaltungen, über Einzelinterviews bis zu Aufnahmen, die hinter die Kulissen führen. Diese kreativen Filme beleben BarackObama.com und einen YouTube-Kanal. Das New Media-Team der Obama-Kampagne kostet einen beachtlichen Teil des Budgets, aber es macht sich durch die crossmediale Nutzung bezahlt. Arun Chaudhary sagt: Die Kampagne hat die Medienabteilung als zu wertvoll eingestuft, als dass sie ein kreatives Risiko eingehen wollte. Als er von der Kampagne abgeworben wurde, sagte man ihm: „You can learn politics, you can learn how to navigate these worlds. But you can’t learn the trades very quickly.“ Der Film-Profi hat die Welt der Politik schnell verstanden und ist nicht ganz ohne Selbstironie in sie eingetaucht. In diesem Video, das zu einer Obama-Demo in New York aufruft, zeigt er sein Talent und gibt dem Genre Polit-Video einen neuen Stil.
Obama in Berlin – McCain in German VillageMontag, 28. Juli 2008
Mit scharfer Rhetorik attackiert der US-Präsidentschaftskandidat John McCain derzeit seinen Konkurrenten Barack Obama, während er selbst gerade Station in German Village, Columbus, Ohio machte. Dort traf er sich mit einer kleinen Runde deutscher Geschäftsleute zum Mittagessen in Schmidts’ Sausage Haus.
Im Zentrum seiner Kritik steht der Deutschlandbesuch Obamas am vergangenen Donnerstag und der am Folgetag abgesagte Besuch eines amerikanischen Militärkrankenhauses in Landstuhl. Obama ziehe einen „Haufen unterwürfiger Deutscher“ einem Besuch bei verwundeten Truppen vor, sagte McCains Sprecher Tucker Bounds am Samstag dem TV-Sender Fox News. Mit einem TV-Spot verbreitet McCain seine Attacke und meint, dass sein Gegner sogar Zeit hatte, es in die Sporthalle zu schaffen, aber leider nicht zu den Soldaten. An dieser Stelle hinkt der Vergleich ein wenig, da die Bilder, die dies untermauern sollen, aus Filmmaterial von Obamas Besuch bei den US-Truppen in Kuwait bestehen, mit denen er Basketball spielte.
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